von RECHTS nach LINKS

Mein WEG als umgeschulte Linkshänderin.

 

Geboren bin ich als Linkshänderin.

 

Zur Einschulung wurde ich durch mein Umfeld endgültig auf die rechte Hand umgeschult. Im Herbst 2017 machte ich mich auf den  Weg und folge meinem innersten Gefühl.

 

Ich beginne eine Rückschulung auf meine ursprünglich dominante linke Hand und teile hier meine Erfahrung und möchte anderen umgeschulten Linkshändern Mut machen, sich auf den Weg zur eigenen inneren Mitte zu machen.

Zeichnen mit links und: GESUND | 08.03.19

1.

Ich bin seit gut einem Jahr bis auf sehr kleine Ausnahmen GESUND.

 

Wer mich kennt weiß, dass ich gerne bei Erkältungswellen mitgemacht habe … Ich führe dies auf die Tatsache – wie in vielen Quellen beschrieben - zurück, dass bis zu 30% der körperlich zur Verfügung stehenden Energie das Gehirn für die falsche Vernetzung  benötigt. Wahnsinn. Sonst habe ich nämlich nichts in meinem Leben geändert.

 

2.

Seit Anfang 2018 schreibe ich weiterhin zwar mit RECHTS aber – ZEICHNEN, das mache ich komplett nur noch mit der LINKEN Hand.

 

Spielerisch – aber immer selbstsicherer. Auch draußen, wo mich Menschen beobachten können. Z. B. in Cafés, am Hafen oder auf einer Bank. Es wurde immer normaler für mich. Man muss wissen, dass ich zwar kreativ in vielerlei Hinsicht bin, gestalterisch vieles umsetze, aber zeichnen – da war ich nie so richtig gut drin. Es faszinierte mich aber schon immer.

 

Im November letzten Jahres habe ich bei Angelika Bungert-Stüttgen an den 30 Skizzen im November teilgenommen. Jeden Tag eine Zeichnung.

Irgendwas. Irgendwie. Hauptsache: ZEICHNEN.

 

Ich blieb dran, habe es geschafft jeden Tag zu zeichnen. Und die tägliche Übung der feinmotorischen Zeichnung bewirkte Wundervolles.

 

Es gelangen mir spontan leicht Ausdrucksweisen, die ich so mit der rechten Hand früher nie auf Papier gebracht hätte. UNGLAUBLICH.

 

In dieser Challenge (ich hasse diesen Begriff) hat mein Sohn parallel mit mir ein analoges Projekt gestartet. Gemeinsam haben wir Schlümpfe gezeichnet. 60 Jahre Schlumpfhausen war unser Aufhänger. Ein Artikel auf der Kinderseite der Westfälischen Nachrichten enthielt ein schönes Bild, das ich dann einfach abgezeichnet und koloriert habe. Und: sogar gleich mit einem Permanentmarker. Ich war völlig von den Socken. Früher hätte ich mit rechts ständig radiert und verbessert und das Ergebnis wäre bei weitem nicht so gut gewesen.

 

Tja, gut ist natürlich immer relativ. Klar gibt es Menschen, die es sicherlich besser als ich können. Wenn man aber beachtet – und so hat es mir mein Linkshänderberater erklärt, dass man bei der Rückschulung eben dort ansetzt, wo das malen, zeichnen und schreiben in der Kindheit zur Zeit meiner Umschulung auf meine rechte Hand stattfand, habe ich ja auch noch ein Zeit für das Feintuning ;-)

 

Ich auf jeden Fall bin mächtig stolz und mache zusätzlich während und nach den 30 Skizzen im November viel mehr Handgriffe selbstverständlich mit links. Und dadurch lösen sich auch immer mehr meine Nackenverspannungen auf. WIE SCHÖN.

Eine Rückschulung benötigt Zeit ... | 29.01.18

... und dafür muss etwas anderes weichen - so Matthias Wüstefeld zum Start meiner Rückschulung. Was weicht bei mir?

 

Anfangs wusste ich es nicht ... oder besser gesagt ich dachte: ACH, das passt schon noch rein in den Alltag. Aber nix da! Fachbücher lesen, Gespräche mit anderen Menschen und Austausch mit Rückschülern kosten wirklich Zeit. Ja, manchmal muss ich mir das aufschreiben, damit es mir klar wird. Tue ich ja gerade hier ... ;-)

 

In den letzten Wochen seit einem Beitrag hier im Blog habe ich einerseits die Weihnachtszeit genossen, Urlaub gemacht, Geburtstag gehabt und mehr alltägliche Handgriffe Stückchen für Stückchen mit links gemacht.

 

Schwung- und Buchstabenübungen eher sehr wenig.

 

Aktuell läuft die Ausstellung mit Albert Bartel in Münsters Kreuzviertel. Auch die Vorbereitung dafür benötigt zusätzliche Zeit.

 

Am 21.01. war Vernissage und ich gebe einen Einblick in meine IdeenBücher, in denen ich zu ganz unterschiedlichen Themen Gedanken sammel, Ideen ausbrüte, Themen vertiefe und einfach meiner gestalterischen Lust ein Zuhause gebe.

 

Heimat / Zuhause ist auch das Thema der Ausstellung.

 

Linien und Striche sind das Hauptthema meiner Arbeiten. Mal mit rechts, mal mit links, mal spielerisch, mal malerisch und einfach nur so.

Und einfach so schreibe ich mittlerweile auch diese Blogbeiträge und fühle mich dabei frei, es in meinem Rhythmus zu tun. So wie die Rückschulung auf meine ursprünglich dominante linke Hand. Wenn es in meinen Alltag passt, ich Lust verspüre und mir das Passende einfällt.

 

In diesem Sinne folgen in nächster Zeit sicherlich noch Beiträge zu den Themen Beidhändigkeit, Nackenschmerzen und ,,zu früh schon mit links geschrieben".

Kommentare

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  • Stefanie Riemann (Montag, 05. November 2018 06:03)

    Hallo Brigitte,
    ich habe eben das Buch „Der umgeschulte Linkshänder“ gelesen und mich dort wiedergefunden. Jetzt bin ich auf der Suche nach Personen, denen es genauso ergangen ist und wie sie sich fühlen.

GUTE FRAGEN & AUSSAGEN von anderen Menschen | 04.12.17

* MUT hast Du, Brigitte.

* Jetzt gibt es kein zurück mehr.

* Hast Du vor Deiner Rückschulung eine Person befragt wie Ihre Rück-

  schulung gelaufen ist? 

* Warum machst Du das eigentlich? Dich nach 46 Jahren aktiv

   mit rechts auf die ursprüngliche linke Hand umzuschulen?

 

Bei allem merke ich: ich tue es einfach. Es ist genau das Richtige für MICH und es fühlt sich super, entspannt und aufregend an.

 

Ja, aufregend. Ein bisschen wie ein ABENTEUER. Mit meinem Gehirn, wie Dr. Johanna Barbara Sattler in ihrem Buch ,,Der umgeschulte Linkshänder - Der Knoten im Gehirn" es an einer Stelle beschreibt.

 

Schließlich handelt es sich um eine Hirnhälften-Dominanz, die dadurch die Händigkeit bestimmt. Der Knoten. Ein gutes Stichwort.

 

Dieser Knoten, ich sage mal meine Wortfindungsstörungen oder das Abrufen von Wissen verbessert sich Tag für Tag. Obwohl ich NUR meine Linkshänderübungen mache und noch nicht mit links komplett schreibe.

 

Aber ich zeichne viel mit links und mache alltägliche Dinge - automatisch - mehr mit links. Stelle durch mein neues Wissen aber auch fest, dass ich eh schon mehr Handgriffe wie eine Linkshänderin gemacht habe, als früher gedacht.

 

Und das Beste ist, dass ich bei meiner künstlerischen Gestaltung und dem Schreiben von Texten mit der rechten Hand (also so wie immer) viel weniger Fehler, Buchstabendreher usw. fabriziere.

 

Das ist unglaublich. Die Arbeit geht schneller und sicherer von der Hand.

 

Da passt ans Ende die Frage meines Vaters, die er mir vor ein paar Wochen gestellt hat: ,,Machst Du das, um - ich sage mal - Deine innere Mitte wieder zurechtzurücken?"

 

Ich glaube ja und sage Stand heute: ES FUNKTIONIERT!

 

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Zu Hause in mir | 04.11.17

Meine letzten Wochen seit Start der Rückschulung waren gefüllt von Gedanken & Gesprächen sowie mit Übungen & Erfahrungen. 

 

Ein erstes Gefühl von zu Hause in mir hat sich eingestellt. Unfassbar, unglaublich und einzigartig.

 

Als hätte ich es am Anfang des Jahres geahnt, als ich im Hinblick auf die Gefühle und Bedürfnisse der Menschen in meinem Arbeitsumfeld meine Neujahrskarte zum Thema HEIMAT gestaltet habe.

 

http://www.brigitteborchers.de/heimat-projekt/

 

So wird es nun durch meine Rückschulung auf meine starke linke Hand zu einem ganz besonderen Thema für mich selbst.

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Jetzt ist es amtlich! 16.10.17

Nach einer ausführlicher Händigkeitsbeobachtung durch Matthias Würstefeld steht es fest. Ich bin Linkshänderin. Mein Gefühl ist bestätigt. Jetzt ist es amtlich. Mit Brief und Siegel, wie man so schön sagt.

 

Juhu: Ich kann mich auf meine Intuition verlassen!

Die Gestaltung des Wortes Intuition ist von mir beidhändig geschrieben.

 

Alle, die sich entweder mit dem Thema Umschulung der dominanten Händigkeit beschäftigt haben, oder die ein diffuses Gefühl beschleicht, dass sie damit etwas zu tun haben, finden hier fachkompetente Unterstützung in Münster: www.linkshaender-beratung-muenster.de

Wie alles anfing | 10.10.17

Seit meiner frühesten Kindheit begleitet mich ein sicheres Gefühl, dass ich Linkshänderin bin.

 

Aber in den 70er Jahren wusste man allgemein noch nicht viel über Linkshänder und welche Folgen sich durch eine Zwangsumschulung zum Rechtshänder für das Gehirn und auch den innersten Kern des Menschen ergeben. Und so ging ich 46 Jahre meines Lebens als Rechtshänderin durch die Welt.

 

Im Rahmen meiner Solo-Selbständigkeit, die meiner Erfahrung nach auch immer viel mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat, packe ich nun den Baustein an, bei dem ich schon seit längerer Zeit die Vermutung habe, dass es ein ganz elementarer ist.

 

Nämlich der genaue Blick auf meine Händigkeit.

 

Ich nehme alle Interessierten mit auf meinen Weg der Rückschulung, für den ich mich in dieser Woche entschieden habe. Wie es dazu kam … berichte ich hier in diesem Blog.

 

Das Foto hat mein Vater gemacht, der schon sein ganzes Leben lang leidenschaftlich fotografiert.

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